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… und dann kam BERRY!

Bernd Bodner (*1986)

Es gibt diese elementaren Lebensentscheidungen, die meist irgendwann als Kind auf einen zukommen. Will man einen Wellensittich, holt man sich eine Katze, überlebt man gefühlte dreiundachtzig Meerschweinchen, oder sind die Eltern wahnsinnig genug, sich einen Hund zu holen.

Diese Lebensentscheidung wurde bei mir einfach mit den Worten „Wir haben keine Zeit für ein Haustier!“ unterdrückt und dadurch hat sich die Frage nach dem „Was?“ oder „Wie nennen wir ihn/sie?“ vorerst nie gestellt.

Dann gehen ein paar Jahre vorüber und plötzlich findest du dich wieder, Hals über Kopf verliebt in eine junge Professorin, von der du weißt, dass sie sich in Kürze einen Hund ins Haus holen wird. Die Liebe siegt (no-na-nit) und obwohl du absolut keine Ahnung hast, wie man(n) mit einem Hund umgeht, liebst du dieses kleine Kerlchen auf einmal auch.

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Doch egal ob Ahnung davon hast, wie man mit einem Hund umgeht, oder ob du dich daran gewöhnen und diesen Lernprozess durchlaufen musst, wirst du sehr bald erfahren, dass es keinen geileren Platz gibt, einen Hund zu haben als im Süden. Egal ob im Restaurant, der Firma oder am Pyramidenkogel: Je freundlicher der Hund, desto freundlicher die Menschen. Froh bin ich, dass ich die elementare Lebensentscheidung nicht selbst treffen musste, aber wenn ich gewusst hätte, welche Erfüllung ein Hund bringt, hätte ich mich von den Worten „Wir haben keine Zeit für ein Haustier!“ nie beeindrucken lassen.

„Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.“ – Heinz Rühmann

In diesem Blog wird es vor allem um das Leben mit Hund im Süden gehen. Außerdem soll dieser auch die Erfahrungen aufzeigen, die ein Unerfahrener erfährt, wenn er auf einmal in eine völlig neue Lebenssituationen gebracht wird, mit denen er, vor nicht allzu langer Zeit, noch gar nicht gerechnet hat. Der erste Tipp (ich habe in einem Blog gelesen, dass es in Blogs darum geht, vor allem Tipps zu geben) den ich habe, ist einer von vielen, von denen ich vorher keine Ahnung hatte:

Ein Hund wird ziemlich viel für ein Leckerli tun und schon bald verstehen, dass wenn du „Sitz“ sagst, er sich hinsetzt, ein Leckerli bekommt und sich schon bald bei jedem „Sitz“ hinsetzt … Trotzdem stellt euch mal folgende Situation vor: Ihr seid ein junger Japaner auf Tour durch Europa, als sich plötzlich in Bayern vor Euch ein ca. zweimetersiebzehn großer, zweihundertsiebzehn Kilo schwerer Koloss aufbaut und fragt: „He Du, Wo is’n as nächste Heisl?“, ihr, der deutschen Sprache nicht mächtig, schafft es vielleicht noch ein „sorry sir?“ herauszubringen bevor der Bayer Euch – diesmal viel lauter – noch einmal fragt: „I HOB GFROGT WO AS NÄCHSTE HEISL IS???“ … Was ich damit sagen will? Es hat keinen Sinn einen Hund anzuschreien wenn er ein Kommando nicht kennt, und noch viel weniger wird er es verstehen,  wenn man an seiner Leine herum reißt und laut „FUSS“ schreit. Alles was ein Hund kann, ist in langen Übungsstunden hart antrainiert worden und ganz bestimmt ist das nicht durch Zufall passiert. Es hat einfach keinen Sinn, wenn ein Hund die ganze Zeit Angst hat, etwas falsch zu machen, es ist viel besser wenn er belohnt wird, wenn er etwas richtig gemacht hat denn eines ist ganz sicher (und Achtung, jetzt kommt der wohl melancholischste Satz meines Lebens):

„Auch wenn ein Hund Eure Sprache einfach nicht versteht,
so versteht er Euch besser als die meisten anderen.“

PS: Die Frage nach dem „Wie nennen wir ihn?“ haben wir übrigens mit „Berry“ beantwortet.

pix: Bernd Bodner

Von Wouk