in

Wie viel Silikon steckt in Kärnten?

Wie viel Silikon steckt in Kärnten?

“Eine ganze Menge!” ist man versucht zu rufen, seit sich bei uns im Süden, COVID sei Dank, wieder so viele Schöne, Reiche und Trendsetter tummeln wie zu den besten Roy Black Zeiten. Aber wir schweifen ab. Wir arbeiten schließlich dort, wo andere Urlaub machen! Wir interessieren uns mehr für das neue Kärnten. Das hoch technologische, innovative, forschende und entwickelnde, freshe und nicht nur fesche Kärnten, das sich dabei auch von anderen Erfolgsgeschichten inspirieren lässt.

Aber beginnen wir am Anfang. Seit den 80er Jahren gilt das Silicon Valley als Inbegriff einer wirtschaftlich boomenden Region. Nachdem ein paar IT-Experten den Hangover vom Sommer der Liebe in der Bay Area überwunden hatten, fanden sie in den Siebzigern wieder den Weg zu ihrer Alma Mater zurück. Rund um die berühmte Stanford Universität südlich von San Francisco bauten Ex-Hippies und Leute, die mit diesen früher eigentlich nichts zu tun haben wollten, einen Cluster von Halbleiterproduzenten, Hardware- und Software-Firmen. Aus dieser Mischung entstanden unter anderem die High-Tech Riesen Apple, Facebook und Google.

HAHA, Halbleiter haben wir auch!

Wirtschaftsboom dank High-Tech, schönen Wetters und einer coolen Stimmung? Bei uns im Süden kam damals sofort der Gedanke auf: “Zwei von drei Punkten haben wir schon – jetzt fehlt nur noch High-Tech für den Boom!” So kam 1983 Informatik zum Studienangebot der Uni Klagenfurt dazu und drei Jahre später wurde der Halbleiterproduzent SEZ in Villach gegründet. Um die Jahrtausendwende folgte dann Infineon und wurde von dort zum Weltmarktführer, während in Klagenfurt im Lakeside Park neben der Uni einige innovative IT-Unternehmen ein neues Zuhause fanden. Und das alles in bester Work-Life-Balance Lage!

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

High-Tech? Check! Schönes Wetter? Check! Coole Stimmung? Sowieso!

Wirtschaftsboom? Noch Luft nach oben!  Auch wenn wir uns im Vergleich zum österreichischen Schnitt leicht verbessern konnten, liegen wir im Süden mit € 37.200 pro Kopf immer noch nur auf Platz sieben, knapp vor Niederösterreich und fast 15 Prozent unter dem Schnitt. Wie kann das sein – eigentlich alles richtig gemacht, oder?

Reicht denn ein Weltmarktführer in der Halbleiterbranche, ein High-Tech-Cluster rund um Villach und ein IT-Cluster in Klagenfurt nicht aus, um den Kärntner Karren ins 21. Jahrhundert zu zerren?  Die boomende Elektro/Elektronik-Branche produziert jährlich Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro (Stand 2017) und ist in Verbindung mit kooperierenden Dienstleistungen für knapp 18 Prozent der Kärntner Bruttowertschöpfung verantwortlich. Dieser Anteil aber noch zu gering, da andere Wirtschaftsbereiche nicht stark genug wachsen oder zum Teil sogar inflationsbereinigt schrumpfen.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Also, weiße Fahne hissen, Kärnten als idyllisches Altenheim Österreichs positionieren und gemächlich dem wirtschaftlichen Sonnenuntergang entgegen reiten? Weit gefehlt –  Es tut sich was im Süden! Eine Forschungsquote von drei Prozent bedeutet Platz vier in Österreich und durch die Mischung aus Kärntner Schönheit, Lebensweise und der soliden Basis im High-Tech-Bereich hat sich bei uns eine lebendige Gründerszene in den letzten Jahren entwickelt.

Auch die Politik hat erkannt, dass sie einen Beitrag leisten muss und unterstützt verschiedene Initiativen, um den High-Tech-Sektor zu fördern. Die Silicon Austria Labs unterstützen Kärntner Unternehmen bei der Forschungstätigkeit und das Silicon Alps Cluster in Villach fördert seit 2016 die verstärkte Kooperation der Unternehmen im Elektronik- und Mikroelektroniksektor. Zusätzlich bündeln im Software Internet Cluster über 1.000 Kärntner IT-Köpfe ihr Know-How und arbeiten gemeinsam an innovativen Projekten.

Das alles bildet eine gute Basis für einen wirtschaftlich starken Süden, aber zum entspannten Zurücklehnen ist es natürlich zu früh. Wir brauchen definitiv noch ein wenig mehr BOOM, damit die Korken so richtig knallen können in den Silicon ALPS (und Lakes). Die Politik, Interessenvertretungen und Unternehmen müssen auch weiterhin gemeinsam daran arbeiten, dass Kärnten wettbewerbsfähiger wird und bleibt. Wir werden herausfinden, was genau getan wird, um zu boomen. Dabei wollen wir etwas lernen, um dann gemeinsam mit euch weitere Funken zu entzünden, die ein wirtschaftliches Feuer im Süden entfachen können.

Stay tuned in unserer neuen Rubrik: SILICON SÜDEN. 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Loading…

0