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#nachhaltig – So rettest du ganz einfach Lebensmittel vor der Mülltonne

Mal ehrlich: Wie oft kaufst du im Supermarkt Dinge, die du nicht brauchst? Und wie oft wandern deine Lebensmittel vom Kühlschrank direkt in den Mistkübel? Deswegen bist du aber noch lange kein verantwortungsloser oder schlechter Mensch, denn auch in dir steckt immer noch ein steinzeitlicher Jäger und Sammler. Trotzdem kannst du was gegen Lebensmittelverschwendung tun. Und: Im Grunde ist es sehr, sehr leicht.

Große Supermarktketten locken regelmäßig mit Rabatten und bieten uns Lebensmittel zu Ramschpreisen an. Währenddessen haben viele Gasthäuser eine riesige Speisekarte, von der sie natürlich immer jedes Gericht parat haben müssen. Gleichzeitig baut die Lebensmittelindustrie gewaltige Fertigungsanlagen, während Österreichs Bauernhöfe für immer zusperren.

All das führt zu zigtausend Tonnen an weggeworfenen Lebensmitteln, die eigentlich noch gut sind. In Kärnten landen, Schätzungen zufolge, jedes Jahr 65.000 Tonnen davon im Müll. Das ist erstens eine riesige Menge und zweitens extrem zynisch, denn täglich müssen weltweit 690 Millionen Menschen hungrig ins Bett gehen.

Stellt sich die Frage: Wer ist schuld? „Handel, Industrie und Haushalte schieben sich die Schuld gegenseitig zu“, meint Elke Oberhauser dazu. Die Lebensmittelberaterin hat 2015 den Verein Best of the Rest gegründet und ist damit eine Art One-Woman-Show in Klagenfurt. Sie erklärt sowohl Schulklassen als auch Erwachsenen, wie man mit Lebensmitteln sorgsam umgehen und den Inhalt seines Kühlschranks am besten verwerten kann.

Foto Credit: Unsplash/Ella Olsson

Auch für uns hat Oberhauser einen simplen, aber effektiven Rat: Kaufe nur, was du wirklich brauchst! So einfach könnte es sein, aber wie wir alle wissen: In der Praxis handeln wir dann doch ein wenig anders. „Man fällt schnell auf Angebote und Fallen herein“, so die Expertin. Das hat nur bedingt mit Gier zu tun, denn unsere Vergangenheit als Jäger und Sammler steckt einfach immer noch in unseren Genen.

Die Wissenschaft erklärt das unter anderem so: Rabatte lösen Reaktionen in jenem Teil unseres Gehirns aus, das für Belohnungsgefühle sorgt. Gleichzeitig wird die Aktivität im Vorderhirn gebremst – also jenem Bereich, der für rationales Verhalten und Fehlerkontrolle zuständig ist. Einfacher ausgedrückt: Wenn wir das Gefühl haben, beim Einkaufen Geld zu sparen, dann stimmt uns das froh und auch ein wenig hemmungslos. Genaueres findest du hier.

Außerdem haben unsere älteren Mitmenschen manchmal Recht damit, wenn sie über uns schimpfen. „Lebensmittel haben heute viel weniger Wert wie früher. Viele Leute wissen gar nicht mehr, wie man Lebensmittel optimal verwertet“, sagt Oberhauser. Da ist was Wahres dran. Oder wusstest du, dass man Äpfel nicht mit anderem Obst zusammen lagern sollte, weil die anderen Obstsorten dann schneller verderben? Oder das man (überreife) Bananen anstelle von Eiern zum Kuchenbacken verwenden kann? Wir auch nicht.

Nachdem wir alle ständig irgend etwas am Googeln sind, sollten wir die Datenkrake vielleicht manchmal dazu verwenden, uns Tipps gegen Lebensmittelverschwendung zu holen. Im Internet findest du viele Ideen, etwa bei der Welthungerhilfe. Die App Too Good To Go zeigt dir außerdem an, wo du in Klagenfurt Essen retten kannst, das sonst weggeschmissen wird. Nahrung, die du wirklich nicht mehr brauchst, kannst du auch mit anderen teilen, beispielsweise durch den Verein Together.

So einfach kann’s sein, man muss es nur wissen und wollen.

geschrieben von Markus Arch

Foto Credit Titelbild: Elke Oberhauser/ karlheinzfessl.com

Von Samu

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